Im heutigen Evangelium erinnert uns Jesus daran, dass wir alle Sünder sind.
Wir sündigen ständig, wir fallen ständig um. Deshalb brauchen wir die Hilfe einer anderen Person, wir brauchen eine Mahnung.
Gott will uns vergeben, so wie es unsere Eltern oft in unserem Leben getan haben. Verdienen wir es?
Im Vaterunser rufen wir zu Gott: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern": Wir bitten Gott, uns zu vergeben, so wie wir anderen vergeben. Und genau daran erinnert uns das heutige Evangelium- zu vergeben, zu mahnen.
Aber was ist christliche Mahnung?
Das Erste, was wir verstehen müssen, ist, dass die Mahnung nicht darin besteht, andere Menschen zu beurteilen oder zu kritisieren. Die Heilige Schrift sagt klar: "Richtet nicht, damit auch ihr nicht gerichtet werdet" (Mt 7,1).
Ermahnung bedeutet daher nicht, sich über andere zu erheben, sondern Liebe in Wirken.
Es ist ein Ausdruck der Fürsorge für andere, für ihr spirituelles und geistliches Wachstum und Wohl.
Wenn wir jemanden ermahnen sollte unser Ziel sein, ihn an Gottes Prinzipien und Werte zu erinnern. Im heutigen Evangelium sagt Jesus: "Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Wenn er auf dich hört, wirst du deinen Bruder gewinnen."
Das bedeutet, dass unsere Absichten rein und liebevoll sein sollten, nicht aus Bosheit oder Urteil.
Eine Mahnung kann schwierig sein, weil wir oft Angst haben, falsch verstanden zu werden. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass Wahrheit und Liebe zu anderen Menschen am wichtigsten sind. Natürlich müssen wir die richtigen Momente und Worte wählen, um andere nicht zu verletzen, aber gleichzeitig dürfen wir – wegen unserer eigenen Bequemlichkeit – nicht vermeiden.
Im Brief des Hl. Jakobus lesen wir: "Meine Brüder, wenn einer bei euch von der Wahrheit abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann sollt ihr wissen: Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu" (Jk 5,19-20).
Dies ist eine kraftvolle Botschaft, die zeigt, wie wichtig Ermahnung in unserem geistlichen Leben ist. Es ist keine leichte Aufgabe, aber notwendig.
Wir müssen in Liebe ermahnen, mit Respekt vor dem anderen, mit Blick auf sein geistliches Wachstum und seine Erlösung. Lasst und daran denken, dass auch wir selbst Mahnung brauchen können, also lasst uns für diese Gnade offen sein und demütig bleiben, um das Wort unseres Nächsten anzunehmen.
Es lohnt sich, uns heute zwei Fragen zu stellen: Kann ich meine Brüder und Schwestern mit Liebe ermahnen und ihnen Aufmerksamkeit schenken?
Kann ich selbst brüderliche und schwesterliche Mahnungen akzeptieren und annehmen?
Auf diesen Fragen antworten Sie in ihrem Herzen und Gewissen.Einen schönen, besinnlichen Sonntag wünscht
Pastor Lech Waldemar Rybak