Impuls zum 16. Sonntag im Jahreskreis

Wäre es nicht für uns alle viel einfacher, wenn wir unsere Welt ganz klar einteilen könnten? Hier das Gute, dort das Böse! Und am besten das Böse wie Unkraut ausreißen – in der Gesellschaft, in der Kirche, in unserem eigenen Leben. Doch Jesus ist kein Freund von so einem Schwarz-Weiß-Denken und so sagt er im Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut „Lasst beides wachsen bis zur Ernte!“

Warum das Böse dulden? Warum nicht sofort etwas dagegen unternehmen? Weil Jesus die Wirklichkeit des Menschen kennt. So wie Weizen und Unkraut sich am Anfang zum Verwechseln ähnlich sein können, wird der Unterschied erst im Wachstum beider deutlich. Bei zu schnellem Urteilen und Handeln besteht die Gefahr, dass man das Gute übersieht und mitausreißt. Und deswegen wirbt Jesus für die Geduld – aus Liebe und Weisheit.

Und Gott hat die Geduld, weil er nicht nur den Moment, sondern den ganzen Weg eines Menschen sieht. Während wir oft nur die Schwächen der anderen, den letzten Fehler oder die letzte Meinungsverschiedenheit sehen, sieht Gott das Herz und das, was noch aus uns werden kann. Er gibt uns die Zeit dafür. Seine Geduld ist Ausdruck seiner Barmherzigkeit.

Und vielleicht sollte man seine Mitmenschen nicht sofort bewerten, denn nicht jeder Fehler entscheidet über einen Menschen und nicht jede Schwäche stellt die ganze Lebensgeschichte dar.

Das Himmelreich beginnt, wenn Menschen einander Hoffnung geben, lieben, vergeben und Vertrauen wagen. Vielleicht heute schon? Vielleicht genau mit Ihnen?

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche!

Ihre Constanze Outzen

 

 

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