Mitten in der Lesung zu Jesaja 25,6-10 stand ganz kategorisch:,, Er beseitigt den Tod für immer,,.
Dieses Wort steht gegen unsere Erfahrung. Wir erleben, dass gelitten und gestorben wird wie eh und je. Der Tod erweist sich stärker als das Leben.
Er macht nicht nur die Sterben, sondern auch die Trauernden stumm.
,, Er beseitigt den Tod für immer,,-Was bedeutet dieses Wort für uns, wenn wir auf dem Friedhof hinter einem Sarg gehen und einem geliebten Menschen das letzte Geleit geben?.
Wir sind mit dem Tod vertraut. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. Zugleich aber spüren wir in uns die Sehnsucht nach Leben. Wir möchten leben, immer schöner freier leben.
Ein Rausch des Lebenswollens geht um unsere Erde. Wollen wir wirklich ein Leben ohne Ende?.
In unserer Sehnsucht nach Leben wollen wir mehr als ein Leben ohne Ende.
Wir wollen die Überwindung des Todes, weil durch ihn Lebensbeziehungen, Lebensgemeinschaften zerstört werden.
Was unser eigentliches, wahres Leben ausmacht, will Gott uns schenken. Er beseitigt den Tod für immer, das bedeutet, Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht.
Gott ist also mitten unter uns da, wo wir in Not sind, wo uns der Tod bedrängt. Gott beseitigt den Tod für immer, indem er sich selbst dem Tod stellt und ihn auf sich nimmt.
Er wird ihn nicht mehr loslassen. Der Tod bleibt für immer in seiner Gewalt. Gott erlöst uns also nicht aus Endlichkeit, wohl aber in unserer Endlichkeit.
Im Leiden, im Sterben und im Tod begegnen wir dem lebendigen Gott, und er wird uns schenken, wonach wir uns sehnen.
Die Lesung hat es anschaulich gemacht im Bild des Mahles mit den feinsten Speisen und erlesenen Weinen. Dieses Bild verheißt Lebensgemeinschaft mit dem lebendigen Gott.
Er sättigt unseren Lebenshunger, erfüllt unsere Lebenssehsucht.
So erweisen sich das Leben und die Liebe Gottes stärker als der Tod.
In Offenbarung des Johannes lesen wir: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
Einen schönen, besinnlichen Sonntag
Pastor Lech Waldemar Rybak