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Impuls zum 27. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Schwestern und Brüder,

am Erntedankfest blicken wir dankbar auf die Früchte der Erde und auf alles, was uns von Gott zum Leben geschenkt ist. Hinter jeder Ernte steckt die Arbeit vieler, aber auch etwas, das wir nicht selbst bewirken können: Das Wachsen und Reifen. Wir dürfen säen und pflegen, doch die Frucht bleibt letztlich ein Geschenk.

Die heutigen Lesungen führen uns daher zum Bild des Weinbergs. Der Prophet Jesaja beschreibt, wie liebevoll Gott seinen Weinberg bereitet hat. Jesus spricht im Evangelium von einem Weinberg, den ein Besitzer an Winzer verpachtet hat. Beides macht uns klar, dass der Weinberg uns anvertraut ist, aber uns nicht gehört.

Das gilt auch für unser Leben. Unsere Zeit, Fähigkeiten, Arbeit, Beziehungen und die Schöpfung sind Gaben, die wir verantwortungsvoll verwalten dürfen. Wir sind nicht die Eigentümer, sondern Verwalter dessen, was Gott uns anvertraut.

So dürfen wir uns heute am Erntedankfest fragen: Welche Früchte wachsen durch mich?

Wo wir leben und arbeiten, können Früchte der Liebe, des Friedens, der Geduld, der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit blühen. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die kaum jemand bemerkt, z. B. ein gutes Wort, eine helfende Hand, Zeit für einen Menschen, Vergebung oder ein Zeichen der Hoffnung.

In der zweiten Lesung erinnert uns der heilige Paulus daran, unsere Sorgen Gott anzuvertrauen und uns dem Guten zuzuwenden. Das ist eine Haltung, die zum Erntedank gehört: Dankbar empfangen, treu verwalten und großzügig weiterschenken ...

Wir müssen nicht die Welt verändern. Aber wir können dort, wo Gott uns hingestellt hat, unseren Beitrag leisten, damit sein Weinberg Frucht bringt. Wo immer wir sind und was immer wir tun: Möge unser Leben gute Früchte tragen zu seiner Ehre. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Ihr

Pastor Benard

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