Hl. Albert Chmielowski, Patron der Armen, sagte diese Worte: "Wir sollten wie Brot sein, das für alle auf dem Tisch liegt, von dem jeder einen Bissen schneiden und sich satt essen kann, wenn er hungrig ist."
Das heutige Evangelium riecht nach Brot. Hinter diesem Duft des Brotes, das Jesus vervielfachte, verbirgt sich auch seine Liebe zu den Menschen, die auf seine Worte gehört haben. Jesus heilte nicht nur die Lahmen, Krüppel, Blinden und Stummen, sondern sorgte dafür, dass diejenigen, die zu ihm kamen, um das Wort Gottes zu hören, nicht hungerten. Das ist ein Zeichen von seiner Liebe zu jedem Menschen, dem er begegnete. Für Jesus ist nichts unmöglich. Jesus reagiert auf die Untätigkeit der Jünger mit einem Wunder- dem Wunder der Vermehrung der Nahrung. Jesus "schickt niemals die Hungrigen weg". Er weiß, dass wir noch einen langen Weg in den Himmel vor uns haben und will nicht, dass wir ohnmächtig werden. Deshalb nährt er uns sattsam mit seiner Liebe, denn sie ist die wichtigste menschliche Nahrung und Quelle der Kraft. Seine Liebe kennt keine Grenzen - es gibt so viel davon, wie die Welt braucht.
Und all das geschieht in der "Wildnis", die aus menschlicher Bosheit und Egoismus entsteht. Und vielleicht ist das der Grund, warum es so schwerfällt, Gottes Liebe zu erkennen. Sie ist für uns ein Geheimnis, Rätsel. Um es zumindest ein wenig kennenzulernen, muss man die Liebe auf Erden erleben. Gott ruft jeden dazu auf, die Liebe zu geben.
Jeder von uns muss, so wie Jesus das Brot vermehrte, gute Taten und Liebesgesten für unsere Liebsten vermehren. Dieser Ruf ist umso wichtiger, wenn wir in der Wüste menschlicher Herzlosigkeit und Egoismus leben müssen.
Ist es heute möglich, Steine für die Hungrigen ins Brot zu verwandeln? Ich denke schon. Um einen anderen Menschen mit diesem Brot der Liebe zu ernähren, braucht man nicht so viel. Wir müssen, wie Christus, das Gute und Schöne in unserem Leben vermehren. Heute ist das Brot, das wir anderen geben können, unsere Zeit, Geduld und Hilfe. Und dann können wir angenehm überrascht werden, dass so viele übriggebliebenen Brotstücke von unserem verteilten Brot übrig sind. Gut und Liebe bleiben immer. Wenn sie ehrlich, herzlich verteilt sind, werden sie nicht nur den Hunger nach Liebe derer stillen, denen wir sie zeigen, sondern sie werden auch uns auf unserem Weg in den Himmel stärken.
Einen besinnlichen, gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Lech Waldemar Rybak