Bild: Julia Most/Stella Maris
Impuls zum 29. Sonntag

Jede menschliche Gemeinschaft kommt zusammen, motiviert durch ein gemeinsames Streben oder Ziel, das mit gemeinsamen Mitteln erreicht wird. Führer werden gewählt oder ausgewählt, um die Gemeinschaft zum Erreichen des vereinbarten Ziels zu führen, und es wird erwartet, dass sie diesem Kurs treu bleiben. Solche Führer erhalten Unterstützung von den Menschen, die sie führen, sowie Segen von Gott, wie wir in der ersten Lesung über König Kyrus lesen.
Ein Mittel, um insbesondere in einer politischen Struktur ein gemeinsames Ziel zu erreichen, ist die Zahlung von Steuern. Durch Steuern finanziert die Führung ihre Entwicklungsprogramme und ermöglicht den Menschen soziale Dienste.
Es war daher eine provokative Frage, die die Pharisäer Jesus stellten, ob es erlaubt ist, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht...; denn es war unmöglich, dass sie eine Nein-Antwort von Jesus erwarteten.
Abgesehen von Steuerzahlungen gibt es noch andere Verpflichtungen gegenüber dem Staat, geregelt durch Vorschriften, um zum Aufbau einer einheitlichen und prosperierenden Gemeinschaft oder eines Landes beizutragen. Diese Regeln können geändert werden, wenn sie nicht zur Erreichung dieses Zwecks führen.
Ich finde die Antwort Jesu, nachdem die Pharisäer Ihm eine Münze gegeben haben, interessant: "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!" Er skizziert jedoch nicht, was dem Kaiser gehört und was Gott gehört.
Wenn wir tiefer in die Botschaft Jesu eintauchen, wird es klar, dass Jesus uns zeitlose und entscheidende Prinzipien des Lebens gegeben hat und es uns überlässt, diese mit unserem Verstand und unserer Vernunft herauszufinden.

Das geprägte Bildnis auf etwas bedeutet Besitz oder Zugehörigkeit. Es versteht sich von selbst, dass die Münze mit dem Bild und der Aufschrift des Kaisers ihm gehörten und die damit verbundenen Steuerregeln ihm ermöglichten, sein Ziel zu erreichen. Ob dieses Ziel gerecht war oder nicht, ist eine Diskussion für einen anderen Tag...
Gott interessiert sich jedoch nicht für unsere Wählerstimmen oder Steuern, sondern er verdient unser Herz und unser Gewissen, die wir niemals an eine menschliche Institution abgeben dürfen. Unsere größte Liebe und Loyalität gehören Gott, der uns nach seinem eigenen Bild und Gleichnis geprägt und uns eine begleitende Regel der Liebe gegeben hat, die keine Grenzen kennt, damit wir ganz zu Ihm gehören können.
Die persönliche Beziehung zu Gott und ein authentisches Leben, wie er es von uns erwartet, bleiben eine große Herausforderung, besonders heute angesichts der vielen lauten und widersprüchlichen Stimmen, die uns auseinanderreißen. Wir können uns diese persönliche Frage stellen... Was steht in meinem Leben an erster Stelle? Steht Gott, unser gemeinsames Ziel, ganz oben auf der Liste? Wenn nicht, warum dann nicht?
Ich vertraue Sie den Händen Gottes mit den Worten des Heiligen Paulus in der zweiten Lesung an: Möge die Gnade und der Friede unseres Herrn mit Ihnen sein. Sie bleiben in meinen Gebeten.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Pater Benard Ochieng Otoyo

  Impuls zum Herunterladen

powered by webEdition CMS