Impuls zum 18. Sonntag im Jahreskreis

(Jes 55,1–3; 2. Röm 8,35.37–39; Mt 14,13–21)

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Mit 5 Broten und zwei Fischen machte Jesus eine ganze Menschenmenge, fünftausend Männer, dazu noch Frauen und Kinder satt. Zwölf Körbe bleiben übrig. Wo Jesus ist, da ist Überfluss. Das bezieht sich auf das, was er sagt und auf die Liebe, die er schenkt.
Wer von Jesu Liebe erfüllt ist, ist bereit, diese erfahrene Liebe zu teilen und weiter zu schenken. Ich sehe dieses Speisewunder auch als ein Zeichen, dass Jesus die Menschen auch in ihren leiblichen Bedürfnissen ernst genommen hat. Wer diese Liebe von Jesus erfährt, der wird auch bereit sein, das Brot zu teilen, wo es nötig ist.
Das Speisewunder kann uns alle durchaus ermutigen, Reichtum zu teilen, abzugeben vom Überfluss. Wenn jeder das tut, was er kann, wenn jeder bereit ist, zu teilen, dann kann diese Welt anders aussehen. Dann kann diese Welt gerechter sein. Dann kann sich dieses Speisewunder immer wieder neu ereignen. Wo sich dieses Speisewunder ereignet, wo wir bereit sind zu teilen, und damit Liebe weiter zu schenken, damit auch andere menschenwürdig leben können, dort erleben wir auch schon das Reich Gottes. Wir erfahren das Leben in Fülle, das wir einmal bei Gott erfahren werden.
Die Jünger haben zu wenig, fünf Brote und zwei Fische. Sie wollen die Menschen wegschicken. Doch Jesus nimmt sie in die Pflicht. "Gebt Ihr Ihnen zu essen!" Jesus nimmt das, was die Jünger haben. Jesus segnet die Brote und er gibt sie den Jüngern zurück. Die Jünger teilen aus, sie geben, was sie haben, den Leuten.
"Gebt ihr ihnen zu essen!" sagt Jesus. Tut, was ihr könnt, und sei es auch noch so wenig. Wenn wir teilen können, wenn wir Menschen in Not helfen können, dann brauchen wir das nur mit dem zu tun, was uns zur Verfügung steht. Schöne Worte sind einfach zu wenig. Gott kann, das zeigt das Evangelium, aus dem wenigen viel machen.
Das gilt eben nicht nur materiell. Es gilt auch für die anderen Nöte der Mitmenschen. Ein gutes Wort, ein aufmunterndes Wort kann viel bewirken. Gastfreundschaft kann sich auswirken. Wie einfach ist es zum Beispiel mit anderen zu jammern über die Welt. Doch warum nicht dem Jammern positive Gedanken entgegensetzen. Jeder hat die Möglichkeit, andere anzunehmen, die keiner annimmt. Wenn ich einem Menschen Zeit schenke, dann scheint das eine Kleinigkeit zu sein. Doch es kann viel zu dem beitragen, was Gott schenkt.
Jesus hat 5 Brote und zwei Fische geteilt. Alle wurden satt. Diese Wunder sollen uns helfen, an Gott zu glauben. Sie zeigen auf, wie sich Gott die Welt gedacht hat. Bei Gott finden wir Glück. Jesus schenkt das Leben in Fülle. Er schenkt das Leben in Fülle allen und jedem, auch dem, dem es schlecht geht, ob ein Mensch krank ist oder in Not lebt. Schenken wir einander, auf verschiedene Weise das, was Gott uns schenkt. Das Wort Jesu „Gebt ihr ihnen zu essen!" muss uns Christen immer in den Ohren klingen.
Jesus hat mit uns seine Liebe geteilt. Was geben wir ihm zurück? Geht hin und teilt aus, sein Wort, seine Liebe, seinen Segen. Gehet hin in Frieden.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche!

Ihr Pater George Mecheril MST

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